Farideh und der Teppich
Dreharbeiten: Oktober 2013/ 90 Min.

1988 in Teheran muss die 16-jährige FARIDEH sich die Wolle für das Teppichknüpfen ihrer Grossmutter TAHMINE in der Färberei erbetteln. Der Lohn für einen Teppich, den die Schweizer Kundin HANNA zahlt, reicht nicht aus, um die schnell steigenden Kosten für den Lebensunterhalt beider zu decken. Farideh kümmert sich liebevoll um ihre gesundheitlich angeschlagene Grossmutter, sie ist voller ansteckender Lebenslust und träumt von der wahren Liebe, wie ihre Mutter ASITA sie 1972 im Alter von 16 Jahren in Kashan erleben durfte. Leider wurde Asita schwanger und ihr gleichaltriger Geliebter aus reichem Hause durfte sie nicht heiraten. Aus diesem Grund floh Tahmine mit Asita nach Teheran, damit ihre Tochter einer Steinigung entginge. Bei der Geburt von Farideh starb Asita; ihr einziges Vermächtnis an die Tochter ist der Teppich, den sie geknüpft hat und dessen Symbole die Geschichte ihrer tragischen Liebe erzählen.
Der Gesundheitszustand von Tahmine verschlechtert sich dramatisch. Erneut muss Farideh in der Färberei um Wolle betteln und erfährt, dass der reiche Teppichhändler ALI (45) ihre Schulden bezahlt habe und auch für weitere Wolllieferungen gerade stehen würde. Als Gegenleistung bittet der verheiratete Ali sie, mit ihm eine Sighe-Ehe einzugehen - eine gesellschaftlich verachtete Kurzzeit-Liaison gegen finanzielle Entlohnung. Um die notwendige medizinische Versorgung der Grossmutter zu bezahlen, stimmt Farideh diesem Verhältnis zu. Sie hofft auf die grosse Liebe mit Ali und ist am Boden zerstört, als dieser die Sighe-Ehe für beendet erklärt.

1998 wohnt Farideh in Hannas Haus in Zürich und arbeitet in deren Fair-Trade-Laden. Hanna half Farideh, aus dem Iran zu fliehen, da sie nach dem Sighe keine Chance mehr auf eine richtige Ehe hatte. Neben der Arbeit geht Farideh ihrer Tanzleidenschaft nach und wird durch die Unterstützung der spanischen Tanzlehrerin FAYNA zu einer grossartigen Tänzerin. Bei einer Tanzveranstaltung wird SEBASTIAN auf Farideh aufmerksam, die beiden verlieben sich ineinander. Sebastian macht Farideh einen Heiratsantrag. Aber Farideh will ihre Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung nicht aufgeben und bittet um Bedenkzeit, was Sebastian verletzt. Als sie von ihrer Grosstante die Nachricht erhält, dass Tahmine gestorben ist, erfährt sie durch deren Brief auch, dass die Familie Tahmine dafür verantwortlich gemacht hat, dass sich ihre schwangere Tochter (Asita) durch eine Vergewaltigung in eine reiche Familie einheiraten wollte. Farideh ist schockiert und kann es nicht fassen, dass es die Liebe ihrer Eltern nicht gab. Als Farideh entdeckt, dass sie von Sebastian schwanger ist, will sie ihm von ihrer Vergangenheit und ihrer Sighe-Ehe erzählen. Die Verletzung und Eifersucht Sebastians ist mittlerweile so stark angewachsen, dass die Situation eskaliert. Farideh flüchtet nach Spanien, ohne Sebastian von der Schwangerschaft zu erzählen und nimmt das Angebot ihrer Freundin Fayna an, in ihrer neu gegründeten Tanzschule auf Gran Canaria zu arbeiten.

2009 in Las Palmas sieht Farideh sich mit ihrem drängenden 10-jährigen Sohn PABLO konfrontiert, der endlich etwas über seinen Vater und Faridehs Familie im Iran erfahren will. Sie fliegt mit ihm in den Iran. Dort erfährt sie vom jüngeren Bruder ihres Vaters, dass dieser Asita nach ihrer Flucht nach Teheran hatte folgen wollen, ihm dann aber mitgeteilt wurde, dass sowohl Asita als auch das Baby gestorben seien. Daraufhin nahm er sich das Leben. Nach der Reise lernt Farideh das Teppichknüpfen und stellt für Pablo einen Teppich her, der ihre Geschichte erzählt. Dann schreibt sie Sebastian und teilt ihm mit, dass er einen Sohn hat. Kurz darauf nimmt sie Sebastian am Flughafen von Gran Canaria in Empfang.